Spanien
Fallstudie - CEIP Gumersindo Azcárate, León – Inklusive Bildung durch Technologie
Am CEIP Gumersindo Azcárate in León ist Technologie nahtlos in den Lernprozess von der frühen Kindheit bis zur Grundschule integriert. Schüler nutzen eine Vielzahl digitaler Tools und Plattformen, um das Lernen zu verbessern, Inklusion zu fördern und interaktive Inhalte in einer kollaborativen Umgebung zu nutzen.
Kontext
Die Fallstudie wurde an der CEIP Gumersindo Azcárate in León, Spanien, durchgeführt – einer öffentlichen Grundschule, die sich der Inklusion und Vielfalt verschrieben hat. Die Schule unterrichtet Schülerinnen im Alter von 6 bis 12 Jahren, von denen viele einen multikulturellen Hintergrund haben, darunter auch Kinder mit Migrationsgeschichte aus Ländern wie der Ukraine, Rumänien und Kolumbien.
Die Schule hat digitale Technologien schrittweise eingeführt, sodass Lehrkräfte und Schülerinnen sich über die Zeit an die neuen Werkzeuge gewöhnen konnten. Zu den eingesetzten technologischen Hilfsmitteln gehören Tablets, Laptops und verschiedene interaktive Anwendungen wie Fiction Express für Lesen und Erzählen, Snappet für Mathematik, Smile & Learn für interaktives Lernen sowie Programmierplattformen wie Scratch und Lego Robotics, die das Problemlösungsvermögen und das rechnerische Denken fördern.
Probleme/Herausforderungen
Unterschiedliche Bedürfnisse der Schüler: Die Schüler kommen aus unterschiedlichsten Verhältnissen und manche haben mit Sprachbarrieren zu kämpfen oder haben unterschiedliche Lernbedürfnisse (z. B. Schüler mit Lernschwierigkeiten oder Migrantenkinder).
Anpassung an die Technologie: Sicherstellen, dass Technologie nicht nur als Werkzeug zur Einbindung, sondern auch als Instrument zur Inklusion eingesetzt wird, damit sich die Schüler beim Lernen sicher und gestärkt fühlen.
Zeitliche Einschränkungen: Abwägung zwischen der Integration der Technologie in den traditionellen Lehrplan und der für die Ausbildung der Lehrer und die Anpassung der Ressourcen verfügbaren Zeit.
Lösungen
Herausforderung 1: Unterschiedliche Bedürfnisse der Studierenden
- Differenzierte Lernmaterialien: Die Schule ging auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Schüler ein und bot personalisierte Lernerfahrungen mithilfe von Technologie an. Beispielsweise wurden digitale Plattformen wie Snappet und Smile & Learn eingesetzt, um unterschiedlichen Lernstilen gerecht zu werden. Diese Plattformen ermöglichten es den Schülern, in ihrem eigenen Tempo zu arbeiten, mit maßgeschneiderten Inhalten, die auf ihren individuellen Lernfortschritten basierten.
- Mehrsprachige Unterstützung: Um Sprachbarrieren zu überwinden, halfen Tools wie Fiction Express Schülern mit Migrationshintergrund, indem sie interaktives Geschichtenerzählen anboten, bei dem die Schüler über die Richtung der Geschichte abstimmen und in ihrer bevorzugten Sprache lesen konnten, wodurch die Beteiligung und das Verständnis für Nicht-Muttersprachler sichergestellt wurden.
- Kollaboratives Lernen: In multikulturellen Gruppen arbeiteten die Schüler gemeinsam an praktischen Aufgaben und förderten so die gegenseitige Unterstützung. Kollaboratives Lernen förderte die Teamarbeit und half Schülern unterschiedlicher Herkunft, sich im Unterricht gegenseitig zu unterstützen.
Herausforderung 2: Anpassung an die Technologie
- Schrittweise Integration von Technologie: Um Schüler und Lehrer nicht zu überfordern, führten die Lehrkräfte die Technologie schrittweise ein. Indem die Schule sich zunächst auf grundlegende digitale Fähigkeiten konzentrierte und dann zu komplexeren Tools (wie Scratch zum Programmieren) überging, stellte sie sicher, dass sich sowohl Schüler als auch Lehrer sinnvoll an die Technologie gewöhnten.
- Schüler durch Technologie stärken: Technologie war nicht nur ein Instrument zur Motivation, sondern auch ein Instrument zur Stärkung der Selbstbestimmung. So nutzten Schüler beispielsweise Tablets und Laptops, um nach zusätzlichen Informationen zu suchen und Themen jenseits des Lehrplans zu erkunden. Dies half den Schülern, Verantwortung für ihr Lernen zu übernehmen und selbstständiger Ressourcen zu finden und Probleme zu lösen.
- Lehrerfortbildung und -unterstützung: Um die Lehrer im Einsatz neuer Technologien zu unterstützen, bot die Schule kontinuierliche Weiterbildung an. Die Lehrer wurden darin geschult, digitale Tools in ihren Unterricht zu integrieren und so sicherzustellen, dass sie die Technologie sicher und lernfördernd einsetzen können. Die Unterstützung eines Technologiekoordinators half zudem bei der Fehlerbehebung und der Anleitung der Lehrer im Umgang mit diesen Tools.
Herausforderung 3: Zeitbeschränkungen
Effiziente Nutzung der Unterrichtszeit: Die Schule fand Wege, Technologie ohne zusätzlichen Zeitaufwand in den bestehenden Lehrplan zu integrieren. Beispielsweise ermöglichte der Einsatz von Lern-Apps wie Snappet einen effizienteren Unterricht, da die Schüler selbstständig an Aufgaben arbeiten konnten, während der Lehrer individuelle Unterstützung leistete.
Gemeinsames Zeitmanagement: Die Lehrkräfte arbeiteten zusammen und planten gemeinsam, um effiziente Wege zu finden, Technologie in den Unterricht zu integrieren und so den traditionellen Lehrplan zu ergänzen. Sie nutzten auch fächerübergreifende Projekte, wie beispielsweise das Programmieren in Scratch, das Fächer wie Mathematik und Sprachkunst einbezog. So sparten sie Zeit und erhielten gleichzeitig die Vielfalt des Lehrplans.
Nutzung asynchronen Lernens: Um die verfügbare Zeit optimal zu nutzen, führte die Schule eine Mischung aus synchronem und asynchronem Lernen ein. Schüler konnten außerhalb der Unterrichtsstunden mithilfe digitaler Tools an Aufgaben arbeiten, sodass sich die Lehrer während der Unterrichtszeit auf den direkten Unterricht und praktische Aktivitäten konzentrieren konnten.